Costa Blanca Bike Love

Costa Blanca! Endlich Urlaub! Endlich und die Sonne!

Gemeinsam mit Marc und Nicolette sollte es in die Sonne gehen und ich muss gestehen, die letzten Wochen vor Abflug konnte ich nicht erwarten endlich meinen Koffer zu packen. Das Programm vor Abflug war voll und so sah ich zu, dass ich alles zusammen hatte als es los ging. Praktischerweise hatten wir einen Flug am Abend gebucht, sodass der Tag zum Packen und entspannen perfekt war! Ich beschränkte mich diesmal wirklich auf ein paar wenige Klamotten - wer kennt es nicht nach dem Urlaub 3/4 der Klamotten gar nicht getragen zu haben... - das passierte mir diesmal nicht, ich steckte dafür lieber den Radhelm und Radschuhe und die Actioncams ein! Und den Garmin, und das iPad und die Radklamotten und die Radschuhe und und und ... Es kam dann doch einiges zusammen...
Wir flogen direkt nach Alicante und machten uns auf den Weg in unser Haus und was soll ich sagen, das Haus ist der Hammer, ich fühlte mich sofort wie zuhause und genoss direkt am nächsten morgen einen Sprung in den Pool!
Wir liehen bei dem sehr freundlichen Radladen XABIA´s BIKES im nächsten Ort Rennräder aus, sodass wir ausgestattet waren und es konnte los gehen.

 

Unsere Touren führten uns zunächst zu zweit (Timon und ich) an der Küste gen Süden auf einer anspruchsvollen aber auch entspannten 75km Runde, dann mit Marc und Nicolette in den nächsten Strandort "Denia", die Königsetappe führte uns dann auf den Coll de Rates und nach Castell de Castells. Aber der Reihe nach:

 

Einrollrunde:
Benitachell - Moraira - Benissa - Llíber - Gata de Gorgos - Javea - Cap de la Nao
Wir rollten zunächst natürlich wie immer die 8km bergab in den Ort und bogen an der nächsten Gelegenheit nach Benitachell ab, durch den spanischen Frühling rollten wir weiter gen Moraira und gefühlt ging es sehr viel bergab. Ich hatte bei jedem Kilometer, den ich bergabfuhr im Kopf, dass ich diesen Kilometer auch wieder bergauf fahren musste. SO kam es dann natürlich auch. In Moraira angekommen erinnerte ich mich an einige Strecken, die ich letztes Jahr im Januar bereits gefahren war und dieser Eindruck sollte mich verfolgen. Hier zuhause gefragt hätte ich nicht allzuviele km beschreiben können, kaum war ich jedoch in Spanien auf den Strecken angekommen, fiel mir meist der weiter Verlauf der Strecke im Nu ein. Ich erinnerte mich also, dass es von Moraira aus an der Küste in Wellen am Wasser entlang ging, mal ein wenig bergauf, mal ein wenig bergab. Da es in Spanien meist nur einen schmalen Fußweg und schon gar keinen Radweg gab, führen wir auf der Straße und ich bin immer wieder überrascht, wie entspannt die Spanier Rennradfahrern begegnen. Ich fuhr bergauf auf schmaler Straße mit vielleicht 10-12km/h. Hinter mit schlängelten sich die LKW und Autos, aber nicht einer hupte, drängelte oder überholte zu dicht. Der einzige der das tat war natürlich ein deutsches KFZ...
Irgendwann bogen wir auf unserer Runde jedoch in Landesinnere ab und es wurde schlagartig noch wärmer. An manchen Streckenabschnitten, insbesondere bergauf sehnte ich jeden Luftzug herbei. Wir kletterten etliche Kilometer wieder bergauf und führen weiter bis wir nach Llíber kamen. Dort erinnerte ich mich erneut, dass man scharf nach rechts abbiegt und dann gefühlt schon wieder auf dem Heimweg ist. Wir fuhren also besagte scharfe Kurve und hatten erneut einige Kilometer bergauf vor uns die jedoch mit einer tollen Abfahrt belohnt werden. Die Fahrt von Llíber durch ein langgezogenes Tal ist herrlich. Es geht mit 2-3% bergab auf einer kleinen Landstraße fast ohne Verkehr durch die Orangen-, Oliven-, Zitronen- und Weinplantagen. Ich konnte gar nicht genug gucken! 
Am Ende unserer Abfahrt überlegten wir kurz, wo wir nun weiter fahren wollen und entschieden uns noch am Montgo entlang fahren zu wollen. So rollten wir weiter bis Jesus Pobre wo wir mitten in die Vorbereitungen zum Dorffest platzen und in der geschmückten Stadt einen lohnenden Café Curtado und erfrischende Cola genossen. Frisch gestärkt rollten wir weiter am Montgo entlang, bis nach Javea rein und dann die besagten 8km wieder rauf bis zum Haus. Um die kommt man leider bei keiner Ausfahrt herum, bei jeder Auffahrt auf den Hügel und zum Haus kommt mir die Strecke kürzer vor und ich kann beinahe schon entspannt dort hoch fahren, da man dann ja schon FAST da ist. Ab in den Pool, wir brauchen Erfrischung!

Friends-Ride zu viert nach Denia
Am darauffolgenden Tag wollten wir zu viert los, was wir dann auch taten.  Wir rollten erneut in die Ortschaft hinab und rüber nach Jesus Pobre, den Weg kannten wir ja bereits. Von dort aus geht es ebenfalls mit einer langen entspannten Abfahrt an La Xara vorbei und bis runter and Wasser Richtung Denia. Dort wollten wir eingestrichen nur kurz vorne am Wasser gucken, ob wir nicht auch auf der Promenade fahren konnten und da es leider keine Promenade zum weiterfahren gab, blieben wir kurzerhand im Strandcafe und genossen den Café Curtado. Wir hatten eine wunderbare Aussicht auf den Strand und genossen sichtlich die Sonne und die Tatsache, dass man einfach so in kurz/kurz losfahren konnte und nicht fror. Ich hatte ja nicht so viele Klamotten eingepackt, aber warme Armlinge.... Wofür auch immer die gedacht waren?!?!
Gut, dass wir uns in Denia gut entspannt hatten, denn der kleine Hügel wieder rüber nach Javea war doch bissiger als ich am Vorabend mit dem Auto gedacht hatte... Da hilft nur runterschalten und einfach immer weiter treten.Um die Kurve und um noch eine Kurve und noch eine... Bis man dann ganz oben ist! Einen Abstecher vorne an das Cap de Sant Antoni machten wir diesmal nicht, sondern rauschten wieder runter nach Javea. Und wieder rauf - 8km - bis zum Haus. Eine schöne Runde zum einrollen und Warmwerden!

 

Timon wollte gerne die Marina Alta Prueba mitfahren, eine festgelegte Strecke, die über SMS-Infomation abgefahren werden kann. Mir erschien die Strecke dann doch zu anspruchsvoll, sodass wir uns entschieden eine große Runde am nächsten Tag auf den Coll de Rates zu fahren und Castell de Castells zu besuchen. Ebenfalls eine große Runde mit etlichen Höhenmetern.
Königsetappe Coll de Rates
Puh, Coll de Rates. Das ist hoch. Und weit. Wie fährt man das am besten? Eine Kurbelumdehung nach der nächsten. Nachdem wir gut in die Strecke gefunden hatten, ging es das schöne Tal von vorgestern nun hinauf, und es zog sich... Dass der Asphalt so hubbelig gewesen war fiel mir nun irgendwie mehr auf... Ständig schien es mich zu schütteln... Naja, da mussten wir wohl nun durch... Und es lohnte sich. Oben auf dem höchsten Punkt des Tals bevor es wieder nach Llíber hinab geht, ist eine Stahlfigur und ein kleiner Aussichtspunkt gebaut und diesen genossen wir. Wir setzen uns in den Schatten und guckten einfach ein bisschen in der Gegend herum. Hört sich total öde an? Es war pure Entspannung. Wir hatten erst 1/4 der Strecke gefahren, aber das stresste mich gar nicht. Ich wusste es ist warm (und bleibt es auch...) und trocken (bleibt ebenfalls...) und wir hatten den ganzen Tag noch Zeit mehr Kilometer zu fahren. Wir fuhren also weiter. Nächste Ziele waren Xálo (wenn ihr mal da sei: Undbedingt in die Bodega Xalo reinschauen und Wein und Öl kaufen, es empfehlt sich dann mit dem PKW zu kommen...) Alcalalí und Parcent. Von Parcent geht es dann auf den Coll de Rates hinauf. Bestimmt 13 km bergauf, mit 6-8%. Das schlaucht, noch mehr wenn man sonst nur gegen den Wind und nicht genügen den Berg fährt. Wir krabbelten also hoch. Klein-Groß am Rad.
Immer weiter. Wenn man auf den Coll de Rates von der Seeseite fährt, kann man durch den Stoppomat fahren, man zieht unten ein Ticket und fährt oben durch einen weiteren Stoppomat und ZACK hat man seine exakte Zeit für den Weg bergauf! Wir kamen allerdings von der anderen Seite. Aber auch hier findet sich gelegentlich eine Beschilderung wie weit (oder wie nah) der höchste Punkt noch ist und wieviel % es sind...
Endlich hatten wir es geschafft und ja, was soll ich sagen, es lohnt sich so sehr!!!
Der Ausblick in das Tal ist grandios und an dem Tag könnte man so gut und weit gucken! Auf jeden Fall eine Reise wert! Das Restaurant oben ist allerdings eher tourimäßig... Aber für einen Curtado und ´ne Cola ist´s ok! 
Wir überlegten kurz wie wir weiter wollten und ich konnte mich an den Weg nach Castell de Castells nicht mehr so wirklich erinnern. Ich denke im Nachhinein, dass ich ihn eher verdrängt habe, denn ich dachte irgendwie es würde nun entspannter werden. Denkste! Es ging immer wieder bergauf. 1km, 1,5km wieder etwas bergab, man kommt in keinen Tritt und dann geht's doch noch steiler bergauf. Ich komme um eine der letzten Kurven, es kann nicht mehr weit sein zur Abfahrt nach CdC, aber das was dann kommt, geht nicht. 12%. Ich mache 2 Kurbelumdrehungen und merke, da kommt nicht mehr viel und beschließe, dass ich die letzten 75m schiebe. Ja, 12% sind vermeintlich nicht soooo viel, aber ich konnte nicht mehr. Kraft alle. Ob schieben allerdings einfacher ist, weiß ich nicht... 
Endlich geht es nach CdC bergab. UND WIE! 20%! 22% bergab, das sind Serpentinen....Krasse Sache... Angekommen in Castell de Castells kommt nach 1-2 km der Lohn für die Mühen. Die Abfahrt. Es geht auf einer breiten, neuen Straße bergab, mit 2-4% auf 12-14km. Wir rollen und rollen... Bis nach Orba. An den Kreisverkehr. Der hat einen Springbrunnnen und wir nutzen diesen für ein formidables Fußbad. So erfrischend!!!
Der Rückweg ist dann das Pflichtprogramm. Hinab and Tal und wieder den Hügel zum Haus hoch. Wir haben 120km uns fast 2000hm auf der Uhr... 
Es war so wunderbar, dass ich nach 10 Tagen noch hätte ewig bleiben können. Wir sind für meinen Geschmack etwas wenig Rad gefahren, aber es gab so unheimlich viele andere Dinge zu machen. Baden, Functional Fit, Tennis (JA, ich habe ernsthaft Tennis gespielt und Spaß dabei gehabt!!!) Kochen, Sonnen, und einfach mal SEIN. Das ist wunderbar! Aber ich komme wieder! 

 

 

Zum Mädelscamp an der Costa Blanca im Herbst 2016! Wer hat Lust?