Abwärts! House Running in Hamburg

Sch..... Dieses Wort entwich mir ziemlich unbeabsichtigt bei meinem Blick über die Kante.

Ich stand auf dem gut 50m (und das können viele Meter sein...) hohen Gebäude des Holiday Inn Hotels an den neuen Elbbrücken und war im Begriff dort die Hauswand runter zu laufen.

Ich war angemeldet zum House Running von Jochen Schweizer und war gespannt wie das von Statten gehen würde.

Zunächst einmal sehr unspektakulär. Ich kam an und meldete mich am Empfang an und nach dem allgemeinen Papierkrams, dass ich das wirklich selber will und wenn ich runterfalle selber Schuld bin, ging es hoch in den 17. Stock.

Dort wurde ich von dem Eventteam in das Sicherheitsgeschirr gesteckt und festgezurrt. Verschnürrt wie ein Überseepaket trat ich auf den Balkon im 17. Stock und warf einen ersten Blick auf das vor mir liegende Hamburg. Dies zeigte sich von seiner besten Seite mit prompt einsetzendem Nieselregen und wolkenbehangenem Himmel. Naja, darauf konnte ich nun keine Rücksicht nehmen.

Als nächstes schaute ich mal über die Brüstung direkt nach unten und war überrascht, dass es doch so hoch war... Hui...

 

 

Verzurrt kletterte ich auf die Plattform und wurde sofort angeleint, nicht, dass es direkt nach unten ging ;-)

Ich stand also auf der Plattform über dem 17. Stock und drehte mich Richtung Abgrund. Sch...

Ganz kurz spielte ich mit dem Gedanken einfach wieder nach Hause zu fahren. Aber das war auch irgendwie keine Option. Ich riskierte also einen zweiten Blick abwärts und schon erklärte mir der extrem entspannte Typ von dem Sicherheitsteam, was ich tun sollte, nach Hause gehen war also keine Option.

Als erstes wurde ich natürlich in das Seil nochmals eingehakt und herabgelassen bis ich in meiner Paketverzurrung waagerecht lag.

Dann kam auch schon der schwierigste "Schritt", nämich vom Gerüst runter auf die Kante der Häuserwand. Mir kam spontan der Armstrong-Satz mit dem kleinen Schritt in den Kopf. Nur mit der Bedeutung für die Menschheit war es hier anders. Lange Sekunden stellte ich mir den Schritt vor meinem inneren Auge vor. Der Sicherheitstyp muss gedacht haben, dass ich gar keinen Schritt mehr mache.

Und dann kam ich mit einem Mini-Schritt voran und bis auf die Hauswand runter. Nochmal das ganze ich stand/hing/lag an der Backsteinhäuserwand. Der Sicherheitstyp sagte, was ich zu tun hatte. Linken Arm ausstrecken, Seil festhalten und mit der rechten Hand das Seil durch die linke Hand ziehen. Dabei noch einen Schritt machen. Sah von unten einfach aus. Erwies sich hier aber als echte Koordinationsaufgabe. Nach 2,3,4,5 Schritten hatte ich den Dreh aber halbwegs raus und es ging abwärts. Ein witziges Gefühl! Es lief immer besser, Meter für Meter ging es hinab und ich entspannte mich, ja ich fand fast etwas Gefallen an der Geschichte... Schon eine sehr witzige Sache. Immer weiter ging es an der Wand hinunter. Dabei immer aufpassen, dass man halbwegs waagerecht an der Wand hängt...

Die Menschen unten wurden wieder etwas größer und ich näherte mich dem nächsten Sicherheitstypen, der mich unten abholte und aus der Leine befreite.

Ich hatte wieder Boden unter meinen Füßen!

 

Vielen Dank an meinen "Fan-Club" am Boden!

Und mit Video!

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