Rennrad im Winter? Die richtige Bekleidung finden und warm bleiben!

Der Winterpokal ist schon in Gange und einige wichtigste Schritte für das nächste Jahr stehen an... Saisonplanung, einige Blicke auf den Terminkalender, Urlaubsplanungen und so weiter... 
Und auch ein Blick auf den Trainingsplan, sofern Mann oder Frau einen haben will, tut in diesen Tagen ganz gut, um aus dem weihnachtlichen Müßiggang rauszustarten! Dabei kreuzt allerdings permanent eine Unwägbarkeit meine Trainingsbemühungen, und zwar das Wetter! Meist habe ich Lust auf Radeinheiten im Winter, aber die Angst vor kalten Füßen, Händen und einem kalten Popo hält mich oft davon ab auf das Rad zu steigen. Also laufe ich im Winter tatsächlich auch mal halbwegs regelmäßig, meist mit einem der Herren aus der Nachbarschaft oder ich bin indoor beim örtlichen Sportverein beim Tabata (Mehr dazu im nächsten Blog!). Da ich aber nachwievor sehr gerne auf meinen Rädern und insbesondere auf meinem neuen Diverge sitze, kommt es also auf die richtige Bekleidung im Winter an. Dazu habe ich mal ein paar kleine Tipps, die sich bei mir bewährt haben, zusammengestellt.

1. Lage - Das "Darunter"

Die erste und vermutlich wichtigste Schicht ist die dies "Untendrunter. In Sachen "Hose" gilt das gleiche wie im Sommer auch, unter die Hose kommt: NIX. Die wärmere Winterhose gleicht das aus! Obenrum hat sich bei mir ein Kurz- oder Langarm-Merino-Unterhemd bewährt. Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt geht wahlweise auch eine Kombi aus Kurzarm unten drunter und ein Langarmunterhemd darüber, aber man wird doch erstaunlich schnell zu warm! Daher trage ich auch bei Temperaturen bis -12Grad nur ein Unterhemd, unter Nullgrad aber gerne mit langem Arm. Unter -12 besser drinnen bleiben...

Also, auch im Winter ist weniger mehr, mir reicht meist ein Sport-BH und Unterhemd.

 

2. Lage - Die "1. Zwiebel"

Bei der 2. Lage geht es darum möglichst funktionelle Kleidung zu wählen. Ich schätze eine warme Winter-Rad-Hose mit winddichter Vorderseite. Die Hosen haben meist an der gesamten Oberschenkelvorderseite und den Schienbeinen eine winddichte Lage eingearbeitet ohne zu dick zu sein. Hosen mit Trägern sind die bessere Wahl, da dann die Möglichkeit besteht eine möglichst hoch geschlossene Rückseite zu haben, die zusätzlich warm hält.

In Sachen Oberbekleidung lohnt sich die Investition in eine gute Jacke. Ich trage bei Temperaturen zwischen 8 und 0 Grad meist ein Unterhemd wie schon beschrieben und eine funktionelle Jacke darüber wie diese hier von Mavic oder diese von Specialized. Beide meine Favoriten. Besonders wichtig für mich ist auch hier die Winddichte! Bei Jacken, die nicht winddicht sind, friere ich meist schnell, daher ziehe ich diese im Winter fast gar nicht mehr an.

Auch sogenannte Thermotrikots sind mir meist zu kalt, da sie nicht winddicht sind. Kürzlich habe ich für den Blog Cycling Claude das Potenza-Trikot von Castelli getestet. Ein feines Trikot für die Sprint-Trainingsrunde, wenn einem richtig warm wird. Viele Jacken haben mittlerweile Belüftungsmöglichkeiten unter den Armen und an den Unterarmen, falls es doch mal zu warm wird. Ich schätze einen guten Halsabschluss und dichte Bündchen! Nichts ist nerviger, als kalte Luft am Bündchen! Da haben aber schon viele Jacken einen guten Abschluss am Arm, sodass es nicht "zieht".

3. Lage - Der "Abschluss"

Als dritte Lage empfehle ich eigentlich nicht zu viel. Wenn es Regen geben könnte, sollte eine Regenjacke im Gepäck sein, viele der oben beschriebenen Jacken sind jedoch schon für etwas Regen ausgestattet, sodass eigentlich keine weitere Schicht nötig ist.

Zum Abschluss benötige ich immer einen Halswärmer, ein buff-Tuch oder ein anderes Microfasertuch. Eine Mütze ist natürlich selbstverständlich, sonst wird es obenrum recht frisch... Auch sehr praktisch für die frostige Ausfahrt ist eine Kombi aus Mütze und Halstuch, so eine Art "Skimütze/Sturmhaube", dann kann der Nacken nicht frieren!

4. Sensible Punkte - Hände, Füße und der Popo.

Ich friere meist ausschließlich an den folgenden Punkten:
HÄNDE

FÜSSE

POPO!

Für die Hände haben sich wind- und wasserdichte Handschuhe bewährt. Dabei gibt es die klassischen Fingerhandschuhe, oder aber auch als Fäustlinge, da bleiben die Hände wesentlich wärmer. Oder aber in der Zwitter-Variante mit einem Fach für Zeigefinger und Mittelfinger und einem für Ringfinger und kleinem Finger wie diese hier, sieht man zwar aus wie Mr. Crabs aus Futurama, dafür bleiben die Hänge warm. Wichtig ist, die Handschuhe nicht zu klein zu wählen, denn zum einen würde dann die Blutzufuhr in die Finger erschwert (--> Kalte Finger) und da Luft der beste Isolator ist, kommt ein bisschen extra Luft im Handschuh besonders gut! Wahlweise kann man unter die Handschuhe noch dünne Layer-Handschuhe drunter ziehen, welche aus Seide haben sich da bei mir bewährt. Die sehen quasi wie Einmalhandschuhe, halten aber durch die zusätzliche Luftschicht warm!

Für die Füße wird es etwas komplizierter. Dicke Socken gehen zwar auch, aber irgendwann ist aufgrund der Schuhgröße ja Schluss, sonst wird es im Schuh ja etwas eng. Wichtig ist zunächst etwaige Belüftungslöcher zuzukleben, sonst zieht es immer im Schuh. Oder man wählt gleich den Winter-Rad-Schuh.

Über den Schuh ziehe ich winddichte Überschuhe, die halten meine Füße meist ganz gut warm! Natürlich kann man auch beheizbare Einlegesohlen oder Einmal-Wärmepads verwenden. Wenn die Füße dennoch kalt bleiben, lohnt sich ein Check-up beim Bikefitter des Vertrauens, denn oft gibt es einen Grund, dass die Füße kalt werden.

 

Last-but not least und mein Geheimtipp für den kalten Popo ist ein Angora-Nierenwärmer!

Den ziehe ich bei niedrigen Temperaturen über meine Hose und unter die Jacke, sodass die Muskeln und der Rücken gut warm bleiben! Wichtig im Winter ist vor allem, dass die Nieren warm bleiben, die liegen ca. oberhalb der Lendenwirbelsäule, da die Nieren das Heizwerk des Körpers sind!

 

Sodenn, warm anziehen und ab auf´s Rad!

 

Ein warmes Getränk in einer isolierten Flasche tut Übriges!

 

#rideyourbike