Costa Blanca Boot Camp - Trainingslager Deluxe

Auf dem Rad durch die blühenden Orangenplantagen...

Wow! Was für ein Duft!

Die Orangen blühen um die Wette! Wir waren kaum aus dem Flugzeug ausgestiegen, da stieg uns der betörende Duft schon in die Nase! Blühende Organgen überall.... Ich hatte große Lust auf rad fahren. Wir hatten folgenden Plan. Zwischen Dienstag und Sonntag wird Radgefahren, gesonnt, Cocktails getrunken am Pool relaxt und wir gönnen uns eine Massage. Die Räder waren an Tag 1 schnall ausgeliehen und fit gemacht und dann ging es auch schon los.

 

Tag 1. Einrollrunde mit 114km und knapp 1000hm...

Ich wollte eigentlich den 1. Tag entspannt angehen lassen, aklimatisieren, rollen, Sonne genießen. Also rauf aufs Rad, zunächst mal 10 Kilometer runter uns Dorf gerollt und dann um den schönen Montgó (ein Berg, der wie ein liegender Elefant aussieht) Richtung Cafeteria am Strand zu fahren. Irgendwie verpasste ich mit einem Mitfahrer die anderen, wir teilten uns auf, es war ein wenig chaotisch und Henrik und ich machten uns zu zweit auf den Weg. Nach einigen Irrungen mit dem Weg und einige Sackgassen und eine Baustellenqueerung später waren wir auf dem Kurs Richtung Cafeteria... So richtig präsent hatten wir den Weg nicht, war uns aber ich ein Stück weit egal, die Sonne schien, wir fuhren erstmal... Bis hinter Denia, da verloren wir erneut den Weg und hoppelten wieder über einen Feldweg und offroad an die nächste Straße. Ich ahnte noch nicht, dass sich das ein wenig wie ein Motto durchziehen würde... Naja, nach 45km kamen wir an der Cafeteria an, die zu war.... Möööp. Weiter gings also (immer besser was zu essen einstecken..) die ersten Hügel rauf und wieder runter... Wir umrundeten einen kleinen Höhenzug und rollten wieder gen Haus zurück. Erstaunliche 114km standen nach Tag 1 auf meinem Garmin. Niiicht schlecht!

Tag 2. Mehr Höhenmeter auf weniger Strecke.

Die Überschrift beschreibt es eigentlich schon vollumfänglich. Wir fuhren im Jalon-Tal in wunderbarer, warmer Sonne und ich konnte es manchmal nicht glauben, dass ich in Kurz-Kurz und Sonnenschein auf dem Rad saß. Auf der Runde machten wir eine nette Pause in einer Cafeteria wo es Mixed Pickles als Snack zur Bocadillo gab. Die Empfehlung als Post-Ride-Snack in Spanien! Snacken sich nach einer anstrengenden Runde gut weg, schön salzig und sehr lecker! Über Benissa und Teulada fuhren wir zurück. Da ich nun mittlerweile schon das 4 Mal dort auf der Ecke war, kannte ich einige Ecken schon und das entspannt die Ausfahrten für mich ziemlich, wenn ih ungefähr weiß wo es lang geht. So kann ich mir meine Kräfte auch besser einteilen... Noch 1 Anstieg, 2 Gegenanstiege und zurück 10km mit 2-4% zum Haus hoch... Damit kann ich gut fahren. Fertig war ich trotzdem nach dem 2. Tag.

Tag 3. Day off.

Am 3. Tag musste ich die Beine hochlegen. Bevorzugt am Pool. Nach dem Frühstück und dem Losrollern der anderen schlief ich komatös 2 Stunden im Palmenschatten am Pool. Muss auch sein!

Tag 4. Beine anwärmen. Knackige Runde über den Montgó nach Denia.

Während ein Teil der Jungs sich  beim Koppeltraining die letzten Körner aus den Beinen quetschte, machte ich eine doppete Runde nach Denia. Dafür fuhr ich zunächst runter nach Javea, dann geht es ordentlich bergauf über den Montgó nach Denia. Runter zu Strand. Dort genoss ich eine kleine Pause an der Hafenpromenade und wieder hoch über den Montgó mit Abstecher an den Leuchtturm und runter nach Javea. Auf den Montgó hat man von Javea aus ca. 200hm auf 4km, da kann man sich schonmal gut durchwärmen. Mir reichte der Anstieg auf hin und Rückweg, sodass ich mit Rückfahrt hoch zum Haus auf 720hm auf 50km kam...

Tag 5. Was weg ist, ist weg...

Eigentlich die schönste Etappe... Wenn ich mit all meinem Equipment wieder zurückgekehrt wäre...

Ich machs kurz. Sportliche Runde zum Coll des Rates, 10km Anstieg, 6-9% im Schnitt, ich brauchte 40 Minuten, warauf ich Stolz war, da ich unter 45 Minuten bleiben wollte. Stolz kam ich oben an im Restaurant, wo es bezaubernden Apfelstrudel gab... Da man sein Rad eigentlich nichtmal mit auf das Gelände nehmen darf, stellte ich es zumindest innen an der Gartenmauer ab. Mein Gehirn war etwas blutleer. Ich erholte mich beim Apfelstrudel, kam zum Rad zurück und der Garmin war weg... Die Erkenntnis kam schnell...was weg ist ist weg... Bock auf Radfahren war auch weg... Ich musste dann erstmal ne Stunde auf m Rad schweigen... Sowas dummes....

Tag 6. Abschluss-Offroad-Runde mit Henrik

So, völlig neues Fahrgefühl ohne Garmin. Ohne Strecke fuhren wir einfach erstmal los. Bis zur Cafeteria waren es sicherlih 40km. Dann hatten wir vor nicht die übliche straßenlastige Runde zurück nach javea zu fahren, sondern abseits etwas verkehrsberuhigter...

Wir schummelten uns also etwas durch, grob orientiert durch die Himmelsrichtung und standen dann an einer Fußgängerbrücke über eine Autobahn... Wir fuhren also tatsächlich Fahrstuhl während unser Rannradrunde... ;-)

Danach wurschtelten wir uns so durch und fuhren eine tolle neue Strecke mitten durch die Organgenplantagen... Tolle Runde.

Letztendlich kamen wir wieder an einer größeren Straße raus an der wir schon mehrfach zurück gefahren waren und suchten auch hier eine Alternative. Irgendeinen Weg musste es doch parallel zur Hauptstrasse geben.

Die Bilder sprechen für sich... Gab es nicht... Wir standen irgendwann auf einer Art "Kleingarten" in mitten einer spanischen Familie, die uns angesichts der schon seit längerem nicht vorhandenen Strasse eeeetwas komisch mit den Rennrädern angucken... Henrik meinte eine Strasse erkannt zu haben, das war jedoch nur die Gartenmauer... Wir habens dann doch noch zu Fuß geschafft und einen neuen Weg gefunden. Ohne Garminaufzeichnung finden wir den vermutlich nur nie wieder...